Atalanta

Komponistinnen Festival Berlin

Villa Elisabeth und St. Elisabeth Kirche
23. bis 25.10.2026

pfeil

3 Auftrags-
kompositionen

Jobina Tinnemans

Fermi Paradox (oder fünf tolle außerirdische Lebensgeheimnisse)
für: Gunnhildur Einarsdóttir (Harfe)

Das Stück „Fermi Paradox“ nimmt uns mit auf eine Reise durch Raum und Zeit, auf der Suche nach Außerirdischen. Es zeichnet ein Porträt für Harfe sowie für Göttinnen, Sterbliche und Monster, die uns schon lange bekannt sind. Mal ernsthaft, mal parodistisch nähern wir uns fünf mythologischen Topoi: Mutter Natur, der aus der fernöstlichen Mythologie stammenden und den Weltenberg tragenden goldenen Schildkröte, dem Lebensbaum, Jezebel und nicht zuletzt Amazon(e), die dem kapitalistischen Entführer entrissen und wie ein trojanisches Pferd in einer Schachtel ausgeliefert wird. Die Komposition setzt die Harfe sowohl als konventionelles Instrument ein, als auch in Verbindung mit von Jobina Tinnemans eigens entwickelter virtueller Instrumentenschnittstelle NAIENI. Hinzu kommen mit Objekten und Bewegung erzeugte Geräusche, so dass ein Klangteppich aus Melodie, Rhythmus und live erzeugten Tönen entsteht.

Leonie Roessler

Chrysá Míla (Goldene Äpfel)
für: Fidan Aghayeva-Edler (Klavier)

Das Neue Stück “Chrysá Míla” hat Leonie Roessler speziell für Fidan Aghayeva-Edler geschrieben - zutiefst beeindruckt von Fidans ausdauernden und körperlich anstrengenden Aufführungen. Genau das passt zum Thema des Stücks und zu Atalanta, die bekannt war für ihre ausgezeichneten Fertigkeiten in verschiedenen sportlichen Disziplinen und beim Jagen. Die Komposition ist modular. Fidan kann es sich frei zusammensetzen, und in manchen Teilen entscheiden, wie schnell und wie weit sie sich durch das Stück bewegt, und ob sie wieder umdreht um zum Ausgangspunkt zurück zu finden. Die Sätze von Chrysá Míla verkörpern verschiedene Zustände und Arten der Bewegung, von Laufen und Rennen über Tanzen, Träumen und Ringen.

Rachel C. Walker

Glosses From a Frequency Burst
für: Nina Guo (Sopran)

Das Stück von Rachel Walker heißt “Glosses From a Frequency Burst” nach dem Konzept und mit Texten von Edith Lázár. Es ist ein längeres Werk für Sopranistin Nina Guo, mit der Rachel Walker in der Vergangenheit schon mehrfach zusammengearbeitet hat. Im Jahr 2087 arbeitet eine Klangarchäologin in einem abgelegenen Archivierungszentrum, das wie eine Kathedrale der Geräusche wirkt und geheimnisvolle Signale aus Vergangenheit und Zukunft empfängt. Während sie Störungen, Stimmen und verlorene Aufnahmen untersucht, verschwimmen die Grenzen zwischen Zeit, Erinnerung und Kommunikation. Das Werk thematisiert Klang als Verbindung zwischen innerer Wahrnehmung und äußerer Welt sowie alternative Formen von Wissen und Dialog.