Atalanta

Komponistinnen Festival Berlin

Villa Elisabeth und St. Elisabeth-Kirche
23. bis 25.10.2026

Programm

Fr, 23. Oktober 2026

16:00

Meet & Greet

Villa Elisabeth, Foyer
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The Waves of Amphitrite - Mythen des Meeres

Nautische Kantaten von Élisabeth Jacquet de la Guerre (1665-1729)

Fr, 23. Oktober 2026, 17:30
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Programm

Le sommeil d’Ulisse (1715)
Kantate von Elisabeth Jacquet de la Guerre

Le Rêve d’Athéna (2026)
Interlude für Stimme und Instrumente von Vanessa Chartrand (UA)

L’Isle de Delos (1715)
Kantate von Elisabeth Jacquet de la Guerre

Mit

Ensemble Opus XX:
Vanessa Chatrand, Viola da Gamba
Elfa Rún Kristinsdóttir, Violine
Tim Ribchester, Cembalo

Michael Taylor, Countertenor

Info

  • Das Meer ist ein Reich der Mythen und der Transformation: ein Ort, an dem Götter und Sterbliche aufeinandertreffen, wo Verlangen und Gefahr sich verflechten. In diesem eindrucksvollen Programm erkunden OpusXX und Countertenor Michael Taylor die nautischen Kantaten der Barockkomponistin Élisabeth Jacquet de la Guerre, einer wegweisenden Figur der französischen Barockmusik. Jacquet de la Guerre vertont die Geschichten von Delos, dem schwimmenden Inselheiligtum von Apollo und Artemis, und den verzauberten Schlaf des Odysseus, eingelullt vom Zauber des Meeres. Ihre Musik beschwört die ständig wechselnden Stimmungen des Wassers herauf und trägt das Publikum durch Stürme, Gelassenheit und Verführung. OpusXX lädt zum Nachdenken darüber ein, wie mythischen Geschichten mit zeitgenössischen Themen in Einklang stehen: der Suche nach Zuflucht, dem Reiz des Unbekannten und der fragilen Grenze zwischen menschlichem Ehrgeiz und der Herrschaft der Natur. Durch subtile Neuinterpretationen dieser Barockwerke wird das Meer als Aufbewahrungsort verlorener Geschichten und ungewisser Zukünfte von der zeitgenössischen Komponistin Vanessa Chartrand heraufbeschwört. Das in Berlin ansässige Ensemble OpusXX bringt talentierte Musikerinnen mit dem gemeinsamen Ziel zusammen, hervorragende Werke von Komponistinnen ins Licht zu rücken und historische Werke mit zeitgenössischen Kreationen zu verbinden.

  • Opus XX ist ein innovatives Berliner Ensemble, das sich der Aufführung außergewöhnlicher und oft vernachlässigter Werke von Komponistinnen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft widmet. Die gefragte Dirigentin, Sängerin, Gambistin und Komponistin Vanessa Chartrand-Rodrigue gründet 2018 OpusXX aus Leidenschaft für das faszinierende, jedoch meist unbeachtete Repertoire Komponistinnen aller Epochen. Das Ensemble bringt einige der talentiertesten Musiker Berlins in einem Rahmen zusammen, der zur gemeinsamen Kreation und Erforschung anregt. OpusXX schafft fesselnde Aufführungen, die Werke von Komponistinnen durch sorgfältig kuratierte Programme neu kontextualisieren, indem historische Werke mit zeitgenössischen Kompositionen kombiniert werden und einzigartige Werke in Auftrag gegeben werden, um Themen zu erforschen, die ein modernes Publikum ansprechen.

  • Der kanadische Countertenor Michael Taylor - in der Presse für seine "strahlende Kraft und Emotion" (Telegraph) und die "rein verführerische Schönheit seines Stils" (Gramophon) gelobt - erhielt seinen ersten Gesangsunterricht beim Knabenchor St. Michaels in Toronto; dem folgten weitere Gesangsstudien mit dem Schwerpunkt Alte Musik an der McGill University, wo er zeitgleich seinen Abschluss in Physik und Neurowissenschaften machte. Michael ist Preisträger des internationalen Gesangswettbewerb Kammeroper Schloss Rheinsberg, des internationalen Gesangswettbewerb Sedat & Güzin Gürel und der Jaqueline Desmarais Preis. Als OpusXX-Mitbegründer setzt er sich für die Wiederbelebung und Förderung außergewöhnlicher Werke von Komponistinnen ein. Michael debütierte im Lincoln Center New York als Solist in Händels Messiah, im Cadogan Hall London in der Titelpartie von Hasses Demetrio mit Opera Settecento, im Izumi Hall Osaka als Solist in Bachs Matthäuspassion und trat in den Opernhäusern von Luzern, Kiev, Toronto, Mainz, Münster, Halle und Hamburg auf.

Werke von Elisabeth Jacquet de la Guerre und Vanessa Chartrand (UA)
Ensemble OpusXX:
Vanessa Chartrand, Viola da Gamba
Elfa Run Kristinsdóttir, Violine
Tim Ribchester, Cembalo
Michael Taylor, Countertenor
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Atalanta & beyond

Text-Musik-Performance

Fr, 23. Oktober 2026, 19:00
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Atalanta, die schnellste Läuferin der griechischen Mythologie, steht für Freiheit, Selbstbestimmung und den Widerstand gegen patriarchale Ordnung. Sie verweigert sich der Ehe, entzieht sich gesellschaftlichen Erwartungen und bleibt unabhängig – bis ein Apfel ihr Schicksal besiegelt.

Mareike Hein begegnet dieser Figur aus heutiger Perspektive: als Schauspielerin, Mutter und Künstlerin, zwischen Selbstbestimmung und den Anforderungen eines Systems, das unermüdlichen Einsatz verlangt. Was bedeutet Freiheit, wenn gesellschaftliche Erwartungen, Care-Arbeit und strukturelle Bedingungen die eigenen Handlungsspielräume begrenzen?

In „Atalanta & beyond!“ wird die mythologische Läuferin zur Projektionsfläche für Fragen nach Autonomie, Emanzipation und künstlerischer Freiheit. Sprache, Musik und Video verbinden sich zu einer Performance, in der sich Mythos und Gegenwart, persönlicher Erfahrungsraum und gesellschaftliche Strukturen begegnen.

Die Performance richtet den Blick auf Komponistinnen, ihre Werke und ihre Lebensrealitäten und stellt mit Atalanta die Frage, unter welchen Bedingungen Frauen künstlerisch arbeiten und sichtbar bleiben können.

Mareike Hein als Atalanta

Mit

19:00

Atalanta & beyond: Text-Musik-Performance

Villa Elisabeth, Studio
Mareike Hein, Schauspiel
Kathrin von Kieseritzky, Saxophon
Teresa Reiber, Regie
Ariane Stamatescu, Ausstattung
Ruth Tromboukis, Video
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Chrysá Míla (Goldene Äpfel)

Auftragskomposition von Leonie Roessler (UA)

Fr, 23. Oktober 2026, 20:00
Villa Elisabeth, Saal

Tickets

Leonie Roessler zeichnet ihre Umgebung in Form von Feldaufnahmen auf, die sie für Hörspielbeiträge, Klanginstallationen, Kompositionen und Live-Auftritte verwendet. Das Stück Chrysá Míla (Goldene Äpfel) hat Leonie Roessler speziell für Fidan Aghayeva-Edler geschrieben - schwer beeindruckt von Aghayeva-Edlers ausdauernden und höchst körperlichen Aufführungen.

Die Komposition ist modular. Die Pianistin kann sie frei zusammensetzen, und in manchen Teilen entscheiden, wie schnell und wie weit sie sich durch das Stück bewegt, und ob sie wieder umdreht, um zum Ausgangspunkt zurück zu finden. Die Sätze von Chrysá Míla (Goldene Äpfel) verkörpern verschiedene Zustände und Arten der Bewegung, von Laufen und Rennen über Tanzen, Träumen und Ringen.

Mit

Fidan Aghayeva-Edler, Klavier

Info

  • Leonie Roessler ist Komponistin, Musikerin und Radiomacherin, wohnhaft an der Nordseeküste in Den Haag in den Niederlanden. Sie gehört dort zu LOOS unter der Leitung von Peter von Bergen und organisiert jährlich mit Kollegin Margherita Brillada On Air - On Site Art Radio Festival, so wie BUG Radio, eine Platform für Klangkunst und offenes Radio. Ihre Installationen und Radioarbeiten waren schon auf allen Kontinenten außer Antarktika zu hören. Ein großer Teil ihrer Arbeit basiert auf ihren Feldaufnahmen. Manches ist rein Klangbasiert, wie ihr Nomadenprojekt "Cultural Spaces" für das sie Porträts von Orten macht. Zunehmend, z.B. durch ihre Arbeit im Iran und in Cuba, behandelt sie politische Themen. Besonders glücklich ist sie aber, wenn sie weg vom Bildschirm mit Papier und Bleistift am Instrument komponieren kann, zum Beispiel für Pianistin Fidan Aghayeva-Edler.

  • Fidan Aghayeva-Edler ist eine in Berlin lebende Pianistin, die sich derzeit auf die Aufführung zeitgenössischer Musik und Musik von Komponistinnen konzentriert. Ihr jüngstes Projekt ist ein Klaviermarathon, bei dem sie als einzige Pianistin 24 Stunden lang ausschließlich Musik von Komponistinnen non-stop aufführt. Ihre Aufnahmen wurden u. a. vom Bayerischen Rundfunk, RBB Kultur, Klassikcast des Goethe-Instituts, MDR Figaro, WDR3, Radio Eins, KAN Israel, Radio France und Český rozhlas ausgestrahlt. Zu ihren Soloalben gehören "Verbotene Klänge: Sechs Suiten" (2019), mit der Musik verfolgter KomponistInnen, "Fenster" (2022), mit den Werken von sieben zeitgenössischen Komponistinnen, das für den Preis der Deutschen Schalplattenkritik und den ECHO Klassik nominiert wurde, und und ein Doppelalbum “Elements | Jasmine Petals” (2026), erschienen bei Salomé Records. Ihre musikalische Tätigkeit umfasst interdisziplinäre Projekte, improvisierte Performances mit erweiterten Klaviertechniken, die Arbeit mit Inside-Piano, Toy-Piano und Elektronik sowie Engagements für Theater und Film. Seit 2025 ist sie im Vorstand des Archivs Frau und Musik. Sie ist künstlerische Leiterin des "Atalanta" Komponistinnen Festivals in Berlin.

Chrysá Míla (Goldene Äpfel)
Fidan Aghayeva-Edler, Klavier

Sa, 24. Oktober 2026

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Lunchkonzert I

Sa, 24. Oktober 2026, 13:00
Villa Elisabeth, Saal

Tickets

Programm

  • Dreams

    Amy Beach (1867-1944): Summer Dreams, op. 47 (1901)
    No 1: The Brownies (Die Hausgeister)– Alla marcia
    No 2: Robin Redbreast (Rotkehlchen)– Tempo di Valse
    No 3: Twilight (Abenddämmerung)– Largo religioso
    No 4: Katy-dids (Heuschrecken)– Vivace
    No 5: Elfin Tarantelle (Elfen-Tarantella)– Allegro molto
    No 6: Good Night (Gute Nacht)– Lento e ben tranquillo
    Mel Bonis (1858-1937): Le Songe de Cléopâtre, op. 180 (1909)

    Duo BarCa:
    Julia Barreiro, Klavier
    Lorenzo Cattel, Klavier

  • Dawn Avery: We Enter Together
    Rebecca Clarke (1886-1979): Londonderry Air
    Caroline Shaw (*1982): Limestone & Felt
    Caroline Shaw: Boris Kerner

    Duo Ducomble & Yoon:
    Gabriel Ducomble, Percussion
    Yeo-Rhim Yoon, Violoncello

  • a mirror does it seem

    Annette Schlünz (*1964): Spätlicht (Text: Ulrike Schuster)
    Alma Mahler (1879-1964): Ansturm (Text: Richard Dehmel)
    Kaija Saariaho (1952-2023): Parfum de l’instant (Text: Amin Maalouf, aus „Quatre Instants”)
    Rita Strohl (1965-1941): Obsession (Text: Charles Baudelaire, aus „Six Poésies de Baudelaire mises en musique”)
    Charlotte Seither (*1965): Dir mir zu (Text: Philipp Luidl)
    Annija Anna Zarina (*2000): Fujiwara no Yorinaga (englisch von Thomas McAuley: a mirror does it seem) – Deutsche Erstaufführung

    Duo Felsberga & Eckhaut:
    Katrīna Paula Felsberga, Sopran
    Justine Eckhaut, Klavier

Info

  • Das BarCa Piano Duo besteht aus Julia Barreiro und Lorenzo Cattel, zwei Pianisten, die ihr Studium am Mailänder Konservatorium „Giuseppe Verdi“ absolvierten. Während ihres Aufenthalts in Berlin im Jahr 2016 begannen sie, gemeinsam zu musizieren und das Repertoire für Klavier zu vier Händen zu erschließen. Julia und Lorenzo treten sowohl solistisch als auch als Duo auf; zu ihren Konzertengagements in Deutschland und Italien zählen unter anderem Auftritte bei Piano City Milano, Piano City Lecce, der Monza Music Week und dem alínæ lumr Festival.

    Die US-amerikanische Komponistin Amy Beach und die Französin Mel (Mélanie) Bonis komponierten beide im Stile der Spätromantik. Beach gehörte der sogenannten „Boston-Group“ an, die der europäische geprägten Kunstmusik in den Vereinigten Staaten den Weg ebnete. Jedem der sechs Sätze von „Summer Dreams“ stellte sie ein literarisches Zitat oder ein Gedichtanfang voran. Den Beginn macht Oberon aus Shakespeares Sommernachtstraum, der die Elfen zum Tanz auffordert, was von Beach in einem „Alla marcia“ vertont wird. Auch in „Elfin Tarantelle“ tanzen Elfen, angeführt von Mistress Quickly aus „Die lustigen Weiber von Windsor“. Mit reichen Verzierungen ahmt Beach den Gesang des Rotkehlchens (Robin Readbreast) nach, als Inspiration diente ihr ein Gedicht des amerikanischen Dichters Charles Henry Lüders. Ebenso fröhlich tanzen die Heuschrecken (Katy-dids) im vierten Satz, dem eine Zeile aus einem Gedicht von Walt Whitman vorangestellt ist. Nachdem bereits „Twilight“ in eine ruhige Abendstimmung einführte, beschließt „Good Night“ diesen märchen- und traumhaften Zyklus: „Die sternenklare Nacht blinzelt/im silbernen Licht der Mondstrahlen,/ während die Lilie ihr goldenes Herz verbirgt/und leise flüstert: „Gute Nacht.“ (Agnes Lockhart Hughes)

    Mel Bonis fertigte von „Le songe de Cléopâtre“ (Der Traum der Kleopatra) zwei Fassungen an: eine für Orchester und eine für Klavier vierhändig. Zusammen mit den Orchesterfassungen von „Ophélie“ und „Salomé“ gehört „Le songe de Cléopâtre“ zu dem dreiteiligen Zyklus „Femmes de légende“ (für Klavier zweihändig existiert ein gleichnamiger Zyklus mit sieben Frauenporträts, den Kyra Steckeweh in ihrem Konzert am 25.10. spielen wird). Dem Werk ist stark vom Impressionismus geprägt und zeichnet sich durch eine moderne Tonsprache und Rhythmik aus. (MM)

  • Mythos und Material, Narrativ und Struktur begegnen einander in diesem Programm für Violoncello und Percussion. Werke dreier Komponistinnen spannen einen Bogen von erzählender, melodisch geprägter Musik hin zu zeitgenössischer Klangforschung, in der Textur und Artikulation selbst zur Erzählung werden. Rebecca Clarke greift in Londonderry Air - Emer’s Farewell to Cuchulain die berühmte irische Melodie „Londonderry Air“ auf und verbindet sie mit einer Szene aus dem altirischen Ulster-Zyklus: Emer, die Gattin des Sagenhelden Cú Chulainn, nimmt Abschied von ihrem Mann, der in den Tod zieht. In dieser musikalischen Adaption eines mythologischen Grundstoffs verdichtet Clarke spätromantische Ausdruckweise, weit gespannte Kantilenen und harmonische Intensität zu einer inneren Szene existenzieller Trauer. Die Musik erzählt – sie evoziert Figuren, Erinnerung und Verlust; sie formt Klang als emotionales Narrativ. Dieser erzählerischen Verdichtung wird die kompositorische Haltung von Caroline Shaw gegenübergestellt. In Limestone & Felt steht keine überlieferte Melodie, keine konkrete Geschichte im Vordergrund. Stattdessen richtet Shaw den Fokus auf Materialität: auf Artikulationen, Oberflächen, Reibungen. Klang wird hier zu Textur, zu Bewegung im Raum, in dem Impulse aufeinandertreffen, sich überlagern und wieder auflösen. Das Narrativ entsteht nicht aus Mythos oder Lied, sondern aus Struktur und Interaktion. Auch in Boris Kerner verbindet Shaw Vergangenheit und Gegenwart auf subtile Weise: Eine barock anmutende Passacaglia bildet das formale Fundament, während das Schlagwerk ein differenziertes Spektrum an Klangfarben auf Tontöpfen entfaltet. Inspiriert von Boris Kerner, Physiker und Begründer der Drei-Phasen-Verkehrstheorie, trifft historisches Formdenken auf experimentelle Timbres; Tradition wird nicht zitiert, sondern transformiert in einem akustischen Verkehrsfluss. Den programmatischen Rahmen eröffnet Dawn Avery mit We Enter Together. Avery, selbst Cellistin, schreibt Musik, die Gemeinschaft und das Ritual beschwört. Der Titel wird zum Leitmotiv des Abends: ein gemeinsames Eintreten in Klangräume und Zeitreisen – von der mythischen Erzählung um Emer und Cú Chulainn bis hin zu abstrakten Landschaften der Gegenwart. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen erzählender Musik und Musik als Materialforschung, zwischen spätromantischer Expressivität und postminimalistischer Klarheit. Der Dialog der beiden Instrumente macht diese Gegensätze nicht nur hörbar, sondern auch erfahrbar. (Duo Ducomble & Yoon)

    Cello meets Percussion – und es passt erstaunlich gut. Yeo-Rhim Yoon ist freiberufliche Cellistin in Berlin, Gabriel Ducomble Schlagzeuger und Pauker und festes Mitglied des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Zusammengefunden haben sie sich durch ihre gemeinsame Begeisterung für Caroline Shaws „Boris Kerner“, das sie für KulturManufaktur Dussmann aufgenommen haben. Aus unterschiedlichen musikalischen Perspektiven entsteht ein Duo mit besonderer Dynamik, großer Spielfreude und Experimentierlust.

  • Especially this year
    A mirror does it seem:
    This pond water -
    Clear through the passage of a thousand ages,
    How I long for its light!

    ——- Fujiwara no Norinaga, English translation by Thomas McAuley

    Es gibt einen Grund, warum die Natur eines der am häufigsten aufgegriffenen Themen der Kunstgeschichte ist. Die Wandelbarkeit und der stete Fluss der Welt um uns herum spiegeln die bisweilen unerklärlichen Veränderungen in unserem Inneren und unsere Gefühle wider.

    Die lettische Komponistin Annija Anna Zariņa, die derzeit an der Yale School of Music studiert, hat einen Text des japanischen Dichters Fujiwara no Norinaga (11. Jahrhundert) als Vorlage gewählt. Der Blick auf das Wasser weckt ein Gefühl der Verbundenheit mit Vergangenheit und Zukunft. Dieses Gedicht inspirierte uns dazu, ein Programm zu gestalten, das die ewige Verbindung zwischen Natur und Menschheit musikalisch nachzeichnet.

    Wir eröffnen das Programm mit „Spätlicht“ der deutschen Komponistin Annette Schlüntz. Dieses Werk liegt uns besonders am Herzen, da wir die Ehre hatten, es im vergangenen Jahr im Finale des Wettbewerbs „Schubert und die Moderne“ in Graz uraufzuführen – eine Gelegenheit, bei der wir eng mit der Komponistin zusammenarbeiten konnten. Der Text von Ulrike Schuster setzt sich intensiv mit dem Licht des Spätherbstes und dessen Spiegelung in der eigenen Innenwelt auseinander.

    Es folgt das leidenschaftliche „Ansturm“ von Alma Mahler; darin vergleicht die Protagonistin ihr brennendes Verlangen mit einem Sturm, der sich Bahn brechen und ins Licht drängen muss. Die französische Komponistin Rita Strohl vertont Baudelaires „Obsession“ als dramatische Miniatur: Die Sprecherin verflucht das Meer, dessen Wellen ihre Hilferufe zu verspotten scheinen. Kaija Saariahos „Parfum de l’instants“ erkundet die wassergleiche Fließbewegung der Sehnsucht.

    Bevor das titelgebende Werk das Programm beschließt, widmen wir uns bereits dem Element Wasser mit Charlotte Seithers „dir, mir zu“ und dessen kurzem, repetitivem Text von Philipp Luidl – „wirf ihn / sagte das Meer / und rollte den Stein am Land“ –, der das Kreisen und die Zyklizität der Natur einfängt.

    Duo Felsberga & Eckhaut vereint die lettische Sopranistin Katrīna Paula Felsberga und die französische Pianistin Justine Eckhaut. 2025 gewann das Duo den Ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb Schubert und die Moderne in Graz; beide Künstlerinnen sind zudem Preisträgerinnen des Bundeswettbewerbs Gesang 2024. Ihr szenisches Liedprojekt What the Water Knows wurde 2025 beim Sansusī Festival uraufgeführt. Beim Liedfestival Würzburg präsentierten sie die Premiere des Liederzyklus Dir zu Feier von Manfred Trojahn. Ihr nächstes Projekt, Pillow Talk, wird im Oktober 2026 beim Liedstadt-Festival uraufgeführt und anschließend in Riga sowie beim berlied-Festival in Berlin zu erleben sein.

13:00

Lunchkonzert I

Villa Elisabeth, Saal
Werke von Amy Beach, Mel Bonis, Dawn Avery, Rebecca Clarke, Caroline Shaw, Annette Schlünz, Alma Mahler, Kaija Saariaho, Rita Strohl, Charlotte Seither, Annija Anna Zariņa (DE)
Duo BarCa:
  Julia Barreiro, Klavier
  Lorenzo Cattel, Klavier

Duo Ducomble & Yoon:
  Gabriel Ducomble, Percussion
  Yeo-Rhim Yoon, Violoncello

Duo Felsberga & Eckhaut:
  Katrīna Paula Felsberga, Sopran
  Justine Eckhaut, Klavier
14:30

Komponistinnen im Gespräch

Villa Elisabeth, Studio
Jobina Tinnemans, Rachel C. Walker und Leonie Roessler im Gespräch mit Misha Cvijović
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Music HerStories

Sa, 24. Oktober 2026, 16:00
Villa Elisabeth, Saal

Tickets

Programm

Florence Price (1887-1953): Sonata in E minor: Movement II Andante

Gabriela Ortiz (*1964): Preludio y Estudio no. 3

Avril Coleridge-Taylor (1903-1998): Cadenza from Piano Concerto in F minor: Movement III

Shirley J. Thompson (*1958): Month of Maying (UA)

Camila Cortina Bello (*1988): Bravura

Mit

Samantha Ege, Klavier

Samantha Ege
Photo credit: Jason Dodd

Info

  • Dieses Programm, das eine Verbindung aus musikalischer Darbietung und Erzählkunst schafft, beginnt mit Florence Price und dem zweiten Satz ihrer Sonate in e-Moll. Als Nächstes folgt Gabriela Ortiz’ Preludio y Estudio Nr. 3. Das Stück ist eine farbenreiche und rhythmisch geprägte Hommage an die Frauen, die in der Mexikanischen Revolution kämpften. Die Kadenz von Avril Coleridge-Taylor stammt aus dem dritten Satz ihres 1936 komponierten Klavierkonzerts in f-Moll. Sie trägt die Widmung „In Erinnerung an meinen Vater“ – Samuel Coleridge-Taylor. Ihre musikalische Sprache ist sowohl romantisch als auch heldenhaft.

  • Das Werk Month of Maying von Shirley J. Thompson (komponiert 2025 im Auftrag von Samantha Ege) verwebt ein melodisches Thema mit dem Klaviersatz und reflektiert den Maibaumtanz als englisches Kulturexportgut in die ehemaligen Kolonien – etwa nach Jamaika, wo Schulkinder ebenfalls den Maifeiertag begehen.

  • Das Konzert schließt mit einer Rückkehr zu Florence Price. Das Stück Bravura der kubanischen Fusion-Musikerin Camila Cortina Bello – entstanden im Auftrag von Samantha Ege anlässlich ihres Buches South Side Impresarios: How Race Women Transformed Chicago’s Classical Scene – erzählt die Geschichte der musikalischen Schwesternschaft um Price in der Chicagoer South Side.

  • Samantha Ege ist Pianistin, Autorin und Musikhistorikerin. Sie ist vor allem für ihre preisgekrönte Arbeit über die afroamerikanische Komponistin Florence Price sowie für ihre von der Kritik gefeierten Einspielungen von Werken unterrepräsentierter Komponistinnen bekannt. Für ihr jüngstes Album nahm sie gemeinsam mit dem BBC Philharmonic Orchestra erstmals Avril Coleridge-Taylors Klavierkonzert in f-Moll auf; die Aufnahme erntete Lob von Gramophone, BBC Music Magazine und Limelight. Auf ihrem nächsten Album interpretiert sie gemeinsam mit dem BBC Concert Orchestra Werke mit britischem Bezug, darunter Kompositionen von Shirley J. Thompson, Camila Cortina Bello und Ethel Bilsland.

16:00

Music HerStories

Villa Elisabeth, Saal
Werke von Florence Price, Camila Cortina Bello (DE), Shirley J. Thompson (UA), Avril-Coleridge-Taylor, Gabriela Ortiz
Samantha Ege, Klavier
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Atalanta & beyond

Text-Musik-Performance

Sa 24. Oktober 2026, 17:30
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Atalanta, die schnellste Läuferin der griechischen Mythologie, steht für Freiheit, Selbstbestimmung und den Widerstand gegen patriarchale Ordnung. Sie verweigert sich der Ehe, entzieht sich gesellschaftlichen Erwartungen und bleibt unabhängig – bis ein Apfel ihr Schicksal besiegelt.

Mareike Hein begegnet dieser Figur aus heutiger Perspektive: als Schauspielerin, Mutter und Künstlerin, zwischen Selbstbestimmung und den Anforderungen eines Systems, das unermüdlichen Einsatz verlangt. Was bedeutet Freiheit, wenn gesellschaftliche Erwartungen, Care-Arbeit und strukturelle Bedingungen die eigenen Handlungsspielräume begrenzen?

In „Atalanta & beyond!“ wird die mythologische Läuferin zur Projektionsfläche für Fragen nach Autonomie, Emanzipation und künstlerischer Freiheit. Sprache, Musik und Video verbinden sich zu einer Performance, in der sich Mythos und Gegenwart, persönlicher Erfahrungsraum und gesellschaftliche Strukturen begegnen.

Die Performance richtet den Blick auf Komponistinnen, ihre Werke und ihre Lebensrealitäten und stellt mit Atalanta die Frage, unter welchen Bedingungen Frauen künstlerisch arbeiten und sichtbar bleiben können.

Mareike Hein als Atalanta

Mit

17:30

Atalanta & beyond: Text-Musik-Performance

Villa Elisabeth, Studio
Mareike Hein, Schauspiel
Kathrin von Kieseritzky, Saxophon
Teresa Reiber, Regie
Ariane Stamatescu, Ausstattung
Ruth Tromboukis, Video
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Glosses from a frequency burst

Auftragskomposition von Rachel C. Walker (UA)

Sa, 24. Oktober 2026, 18:30
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Why on Earth did the Institute move the Facility here? Each afternoon, the sound archeologist began her work with a stroll across the forest paths near the ruins. Although the Institute was meant to pick up frequencies with its large ‘antennas’ still gazing into the darkness of the universe, the building seemed to more closely resemble a cathedral — the way sound moved in and out with ease, how it crawled across chambers and storage rooms at unreasonable hours.

sssss – sssilences – sh-sh – silent -shshsht -shshshs – saaaannnd

Rogue satellites were known to cause occasional interferences, but here her intuition said that something was leaping across time. It all became routine, even the voices that slipped in and out from the signals.

The year was 2087, half a century after the collapse of the great map of refracted frequencies that stretched across the planet. Inside the Archiving Facility, she sorted through recordings and erroneous media, tuning, listening…

There are places which sharpen one’s attention and suddenly intensify listening, places where other forms of knowledge — unencumbered by our myth of ‘rationality’ — become possible. Across histories, such thresholds have often been inhabited by women’s voices. Perhaps their isolation was not a form of absence or a renunciation of the ‘communal’ society, but another form of communication. Dialogics, an intense interaction between one’s voice and another’s, rotate through resonances and static, treating frequencies as portals. As the archaeologist sorts materials from eras beyond and the gaps that time seals off, sounds linger between the interior body and the world outside.

  • Composition & Concept: Rachel C. Walker
  • Text & Concept: Edith Lázár
  • Additional texts from: Ana-Maria Deliu, Cristina Stoenescu, Kendall A., Rachel C. Walker
  • Scenography: Flaviu Rogojan

Mit

Nina Guo, Sopran

Aufbau für das Stück
Photo credit: Flaviu Rogojan & Edith Lázár

Info

  • Rachel C. Walker komponiert poetische, klangfarbenspezifische Stücke, die aus ihrer fortwährenden Beschäftigung mit und der Erforschung von chinesischer Volksmusik, musikalischer Zeitstruktur und Sprache entstehen. Sie unterhält langfristige Kooperationen mit zeitgenössischen Schriftsteller*innen, um die philosophischen Verbindungen zwischen Transkription und Übersetzung innerhalb abstrakter musikalischer Syntaxen zu erforschen.

    Im Jahr 2022 war sie Stipendiatin („auditiv und physisch“) der Akademie Schloss Solitude, 2023 wurde sie mit dem Max Uhlig Reisestipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ausgezeichnet, 2024 und 2025 war sie Stipendiatin des Künstlerhofs Schreyahn. Von 2025 bis 2028 ist Rachel Composer in Residence bei der Fondation Singer-Polignac. In der Spielzeit 2027/28 wird eine neue Oper, die im Rahmen des Opernstipendiums der Claussen-Simon-Stiftung und in Zusammenarbeit mit den Librettisten Andreas Karl und Nadeem Al-Aloosi entstanden ist, an der Staatsoper Hamburg uraufgeführt.

  • Nina Guo ist eine in Berlin lebende Sopranistin und gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik und interdisziplinärer Kunst. Sie arbeitet regelmäßig mit renommierten Ensembles wie Ensemble Modern, London Sinfonietta und ICTUS sowie bei internationalen Festivals und in Opernproduktionen. 2025 übernahm sie die Rolle der Dr. Sally Erickson in der Uraufführung von Jennifer Walshes MARS bei der Irish National Opera. Darüber hinaus arbeitet sie mit bildenden Künstler*innen und ist mit zwei Ausstellungen im Hamburger Bahnhof Berlin vertreten gewesen. Als Mitbegründerin des Departure Duo für Sopran und Kontrabass entwickelt sie neues Repertoire und moderiert, schreibt und gestaltet die Live-Radiosendung The Entertainment bei Cashmere Radio Berlin.

  • Edith Lázár ist Kuratorin, Autorin und unabhängige Forscherin mit Sitz in Cluj, Rumänien. Ausgehend von ihrem philosophischen Hintergrund befasst sie sich in ihrer Arbeit mit Fiktionen, ästhetischer Politik, spekulativem Design sowie den gesellschaftspolitischen Dimensionen von Technologie, wobei ihr aktueller Schwerpunkt auf dem Worldbuilding liegt. Sie erhielt ein Stipendium der Akademie Schloss Solitude (2019) sowie eine Forschungsresidenz des Institut français in Zusammenarbeit mit der Cité internationale des arts (2025).

Glosses from a frequency burst
Nina Guo, Sopran
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Berliner Komponistinnen der Moderne

Sa, 24. Oktober 2026, 20:00
Villa Elisabeth, Saal

Tickets

Programm

Verdina Shlonsky (1905-1990): Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 (1951)

Grete von Zieritz (1899-2001): 5 Aphorismen (Violine & Violoncello) (1972)

Ursula Mamlok (1923-2016): Panta Rhei Klaviertrio (1981)

Alice Samter (1908-2004): Nelly-Sachs-Trio (1979)

Charlotte Schlesinger (1909-1976): Fünf Gesänge für Sopran und Klavier (1931)

Ruth Schonthal (1924-2006): Sonata in two movements (Violoncello & Klavier) (1989)

Evelyn Faltis (1887-1937): Adagio Op. 5 (Violine & Klavier) (1887-1937)

Mit

Info

  • Das Konzert präsentiert Werke der in Berlin wirkenden Komponistinnen Verdina Shlonsky, Grete von Zieritz, Ursula Mamlok, Alice Samter, Ruth Schonthal, Charlotte Schlesinger und Evelyn Faltis und bietet damit einen Querschnitt durch das reiche und vielfältige kompositorische Schaffen von Frauen im 20. Jahrhundert. Alle diese Komponistinnen werden kaum oder viel zu selten gespielt, man kennt vielleicht die Namen, die Musik eher weniger, obwohl sie alle trotz vielfältiger Widrigkeiten – politische Verfolgung, Exil, Diskriminierung – eindrucksvolle Werke geschaffen haben. Ihr Schaffen verdient es, neu entdeckt, aufgeführt und gewürdigt zu werden – nicht nur aus Gründen der historischen Gerechtigkeit, sondern auch wegen der musikalischen Qualität und Originalität ihrer Werke.

  • Verdina Shlonsky stammte aus der Ukraine, studierte in Berlin und war später in Israel tätig, ihre Musik wurde von Einflüssen der französischen Moderne geprägt, aber auch von jüdischen und orientalischen Einflüssen. Impressionistische und spätromantische Farbigkeit durchdringen das Schaffen von Grete von Zieritz. Evelyn Faltis wirkte auch in Wien und Prag und war als erste Frau Solo-Korrepetitorin bei den Bayreuther Festspielen. Alice Samter vertonte viele Texte von Nelly Sachs und wirkte auch als Musikpädagogin. Ruth Schönthal war eine Schülerin von Paul Hindemith und floh vor den Nazis in die USA. Dort entwickelte sie eine expressive Musiksprache und verband europäische Moderne mit amerikanischem Gestus. Ursula Mamlok emigrierte ebenfalls in die USA und verband serielles Denken mit einer lyrischen Klangsprache. Nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatstadt Berlin in den 2000er Jahren wurde sie verstärkt in Europa rezipiert. Und auch Charlotte Schlesinger, Schülerin von Franz Schreker und Paul Hindemith, musste aufgrund ihrer jüdischen Herkunft emigrieren. Die Texte für ihre „Fünf Gesänge“ von 1931 schrieb sie selbst und lässt diese mit den ergreifenden Worten beginnen: „Morgen, morgen, wird es besser sein? Vielleicht bin ich tot? Vielleicht bin ich noch am Leben?“.

  • Die tschechische Geigerin Markéta Janoušková zählt aufgrund ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Vielseitigkeit zu den interessantesten Musikerinnen ihrer Generation. Als international gefragte Solistin und Kammermusikerin tritt sie in renommierten Häusern wie der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg und der Wigmore Hall auf und ist Mitglied des Smetana Trios. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die zeitgenössische Musik; 2022 wurde sie für den Ursula und Dwight Mamlok Award in der Kategorie Solo nominiert. Neben zahlreichen Aufnahmen engagiert sie sich als Mitglied der Miloslav-Kabeláč-Stiftung und ist Gründerin und künstlerische Leiterin von FolkloreClassic, einem Crossover-Projekt zwischen klassischer und Volksmusik. Markéta Janoušková wurde in Prag geboren, studierte dort sowie in Chicago und Berlin und lebt heute in Berlin.

  • Ehrengard von Gemmingen absolvierte ihre Ausbildung an der Universität der Künste bei Prof. Wolfgang Boettcher, beim Amadeus-Quartett an der Royal Academy of Music in London sowie als Leverhulme Fellow beim Tokyo String Quartet an der School of Music der Yale University (USA). Ihre Orchestererfahrung ist sehr vielfältig: Ehrengard von Gemmingen spielte in London mit den Royal Academy Soloists sowie der London Sinfonia und war Mitglied des European Chamber Ensemble in London. Sie tritt regelmäßig mit dem European Community Chamber Orchestra auf und ist Gründungsmitglied des Ensemble Incendo Berlin.

  • Fidan Aghayeva-Edler ist eine in Berlin lebende Pianistin, die sich derzeit auf die Aufführung zeitgenössischer Musik und Musik von Komponistinnen konzentriert. Ihr jüngstes Projekt ist ein Klaviermarathon, bei dem sie als einzige Pianistin 24 Stunden lang ausschließlich Musik von Komponistinnen non-stop aufführt. Ihre Aufnahmen wurden u. a. vom Bayerischen Rundfunk, RBB Kultur, Klassikcast des Goethe-Instituts, MDR Figaro, WDR3, Radio Eins, KAN Israel, Radio France und Český rozhlas ausgestrahlt. Zu ihren Soloalben gehören u.a. ”Fenster” (2022), mit den Werken von sieben zeitgenössischen Komponistinnen, das für den Preis der Deutschen Schalplattenkritik und den ECHO Klassik nominiert wurde, und und ein Doppelalbum “Elements | Jasmine Petals” (2026), erschienen bei Salomé Records. Ihre musikalische Tätigkeit umfasst interdisziplinäre Projekte, improvisierte Performances mit erweiterten Klaviertechniken, die Arbeit mit Inside-Piano, Toy-Piano und Elektronik sowie Engagements für Theater und Film. Seit 2025 ist sie im Vorstand des Archivs Frau und Musik. Sie ist künstlerische Leiterin des "Atalanta" Komponistinnen Festivals in Berlin.

  • Margarete Huber ist gleichermaßen Sängerin und Komponistin, und in beiden Berufen vielfach Preisträgerin. Sie singt regelmäßig große Partien in Barockopern, Lieder, Uraufführungen Neuer Musik und experimentelle Improvisation, und schreibt als Komponistin ungewöhnliche Werke für Konzert, Oper, Musiktheater und Elektroakustik. In beiden Berufen interessiert sie Virtuosität, Radikalität und Innigkeit. Als Sängerin und Komponistin international tätig. (Klangwerkstatt Berlin, Ensemble OrQuesta baroque London, Greek opera Festival, Zamek Poznan, Konzerthaus Berlin, Hastings Philharmonics, Nunc Festival Chicago, German forum New York, La Generale Paris, Musica Antiqua Montenegro, Musiktheatertage Wien, Gare du Nord Basel, Schlosstheater Rheinsberg, Unerhörte Musik Berlin, etc.)

20:00

Berliner Komponistinnen der Moderne

Villa Elisabeth, Saal
Werke von Ruth Schonthal, Charlotte Schlesinger, Verdina Shlonsky, Alice Samter, Grete von Zieritz, Evelyn Faltis, Ursula Mamlok
Markéta Janoušková, Violine
Ehrengard von Gemmingen, Cello
Margarete Huber, Sopran
Fidan Aghayeva-Edler, Klavier

So, 25. Oktober 2026

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Lunchkonzert II

So, 25. Oktober 2026, 13:00
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Programm

  • Stimmen im Spiegel

    Hildegard von Bingen (1098-1179): O virtus sapentiae
    Caroline Shaw (*1982): Dolce cantavi
    Barbara Strozzi (1619-1677): Che si può fare
    Sungji Hong (*1973): O nata lux
    Caterina Assandra (1590-1618): O dulcis amore Jesu
    Eva Ugalde (*1973): Kulun Kulunka
    Kassia (810-865): Hymn

    Trama Ensemble:
    Irene Mira Sánchez (Sopran)
    Laura Barchetti (Sopran)
    Ana Isabel Navarro (Alt)

  • Feminine Soundscapes

    Adrienne Albert (*1941) : Reflections
    Michaela Rea Catranis (*1985): The Space Surrounding
    Hildegard von Bingen (1098-1179): O eterne deus; aus: 12 Gesänge
    Graciane Finzi (*1945): Impression Tango

    Duo Amabile:
    Paula Breland (Klarinette)
    Anna-Katharina Schau (Akkordeon)

  • Traumes Hoffnung

    Jessie Montgomery (*1981): Loisaida, My love (2016)
    Ruth Zechlin (1926-2007): Nr. V Duo (aus: Varianten zu Michelangelo für Alt-Solo und Violoncello (1987)
    Susanne Stelzenbach (*1947): Schritte (2025)
    Jessi Harvey (*1987): Toad Song (2015)
    Amy Beach (1894-1944): Fairy Lullaby (arr: Lillia Keyes)

    Duo Lillia Keyes und Anna-Luise Oppelt:
    Anna-Luise Oppelt, Mezzosopran
    Lillia Keyes, Violoncello

Info

  • Der Spiegel gilt seit der mittelalterlichen Mystik und spirituellen Literatur als Sinnbild für Selbsterkenntnis, Kontemplation und Wandlung. Dieses Konzert erforscht die weiblichen Stimmen als Spiegel von Emotionen, Licht und klanglicher Energie und entfaltet einen Dialog zwischen Jahrhunderten und Stilen. Von der göttlichen Kontemplation Hildegards von Bingen über die mystische Innigkeit Caterina Assandras, die intime Verletzlichkeit Barbara Strozzis, die klangliche Architektur Sungji Hongs und die harmonische Textur Caroline Shaws bis hin zum archaischen rhythmischen Echo Eva Ugaldes wird jedes Werk zu einem Spiegel, der unterschiedliche Facetten von Seele und Klang reflektiert. Das szenische Konzept integriert Spiegel als aktive Elemente, die mit den Stimmen und dem Raum in Dialog treten. Ihre Präsenz verändert die visuelle und akustische Wahrnehmung und erzeugt ein Spiel aus Reflexionen, Perspektiven und Resonanzen, das die Konzerterfahrung erweitert. In bestimmten Momenten lädt die Beziehung zwischen den Interpretinnen, dem Publikum und den spiegelnden Flächen dazu ein, verschiedene Formen des Hörens und Betrachtens zu erkunden. So entsteht eine Atmosphäre, in der die Stimme zum Spiegel von Emotionen, Erinnerungen und gemeinsamen Echos wird. Stimmen im Spiegel lädt das Publikum dazu ein zu entdecken, wie sich Stimmen verweben, spiegeln und vervielfachen können – als Erkundung der Verbindung von Geschichte, Emotion und Resonanz in einem gemeinsamen sakralen Raum. (Trama Ensemble)

    Trama Ensemble ist ein 2025 in Berlin gegründetes Vokaltrio mit Ana Isabel Navarro, Laura Barchetti und Irene Mira Sánchez. Die drei klassisch ausgebildeten Sängerinnen lernten sich bei der Reihe Noonsong von Sirventes Berlin kennen. Im Zentrum steht die intime Verbindung dreier individueller Stimmen zu einem gemeinsamen Klang. Das Repertoire reicht von Alter Musik bis zu zeitgenössischen Kompositionen und verbindet historisch informierte Aufführungspraxis mit der Erforschung neuer Klangsprachen. Der Name Trama – lateinisch für „Gewebe“ – steht für das Verweben unterschiedlicher Timbres und musikalischer Identitäten zu einer gemeinsamen Klangwelt.

  • Mit Adrienne Albert und ihrem Stück Reflections begegnen wir einer amerikanischen Komponistin, die ursprünglich ausgebildete Sängerin ist und mit Musikgrößen wie Leonard Bernstein zusammengearbeitet hat. Das Stück hebt sich harmonisch stark von den anderen Werken ab und lässt die Gedanken schweifen. Das Werk The Space Surrounding stammt von der in Berlin lebenden Komponistin Michaela Catranis. Ihre Musik entfaltet sich als kosmischer Raum, der weitläufig erklingt, mit einem Gefühl der Unendlichkeit und langsamer Transformation, in deren Verlauf rhythmische Fäden mehr Komplexität und Bewegung bringen. Es entwickelt sich eine anschwellende Mehrstimmigkeit, die sich in höhere Lagen begibt und in einem Strudel stetiger Veränderung und Energie gipfelt. Am Ende des Stücks herrscht ein einnehmendes Gefühl der Offenheit, das sich aus der intervallischen Struktur und der Modalität der Stimmen von Akkordeon und Klarinette ergibt. Diese Musik ist eine Einladung zum Zuhören, zur Verlangsamung und zur Erfahrung der allmählichen Umwandlung von Schwere in Leichtigkeit [So schrieb die Komponistin selbst über das Werk]. Mit Hildegard von Bingen, der „Grand Dame“ der abendländischen Musik, erklingt mit O eterne deus mystische Vision, spirituelle Tiefe und eine für ihre Zeit außergewöhnliche kompositorische Eigenständigkeit. Den Abschluss bildet Graciane Finzis Impression Tango. Inspiriert von Astor Piazzolla, entwickelte sie eine ganz eigene musikalische Sprache. Ausgehend von rhythmischer Energie und expressiver Spannung fand sie zu einer unverwechselbaren Tonsprache, die Leidenschaft mit struktureller Klarheit verbindet – kraftvoll, farbenreich und unmittelbar. Feminine Soundscapes spannt einen Bogen vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Das Programm macht hörbar, wie unterschiedlich – und doch verbindend – weibliche Perspektiven in der Musik klingen können: spirituell und kraftvoll, reflektiert und leidenschaftlich, traditionsbewusst und zukunftsweisend.

    Das Duo Amabile mit Paula Breland (Klarinette) und Anna-Katharina Schau (Akkordeon) wurde 2016 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover gegründet. Die einzigartige Kombination ermöglicht es den Musikerinnen, mit solistischer Präzision und kammermusikalischer Verschmelzung eine farbenreiche Klangpalette zu entfalten. Das breitgefächerte Repertoire umfasst Musik aus der Renaissance bis hin zu Kompositionen der Gegenwart und Werk-Uraufführungen, eigens komponiert für das Duo Amabile. Das Duo wurde 2021 in die Konzertförderung des Deutschen Musikwettbewerbs aufgenommen und ist nun zu Gast bei renommierten Festivals und Konzertreihen Deutschlands wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival oder den Göppinger Meisterkonzerten. Im Januar 2024 erschien das Debüt-Album METAMORPHOSIS bei dem Label GENUIN.

  • In Traumes Hoffnung erkundet das Duo Lillia Keyes und Anna-Luise Oppelt neue Wege in ungewohnter Besetzung. Mit zeitgenössischen Werken von Komponistinnen spannen sie einen Bogen von Deutschland nach Nordamerika, von Berlin nach New York, den Heimatorten der beiden Musikerinnen. Das Programm ist ein Ausflug, eine große Reise zwischen Traum, Mythos und Realität sowie zwischen den Kontinenten und Klängen. Das Duo lebt und arbeitet in Berlin, wo es eng mit der Berliner Komponistin Susanne Stelzenbach zusammenarbeitet: „Schritte (2025)” wurde speziell für das Duo komponiert. Ein Satz aus den “Varianten zu Michelangelo” der Berlinerin Ruth Zechlin verleiht dem Programm seinen Titel und eine regionale Färbung. „Loisaida, my love” von der gefragten New Yorkerin Komponistin Jessie Montgomery stellt die Liebe und einen hoffnungsvollen Traum zum New York City-Stadtteil “Lower East Side” dar, während die Amerikanerin Jessi Harvey die verschmitzte Beschreibung des Lebens einer Kröte komponierte: die „Toad” aus dem Dorf der Komponistin. Wie wäre das Leben als Kröte? (Duo Keyes&Oppelt)

    Das Duo Lillia Keyes & Anna-Luise Oppelt erkundet neue Klangwelten in der ungewöhnlichen Besetzung von Mezzosopran und Violoncello. Seit seiner Gründung 2023 entwickelt das Duo in enger Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponist*innen vielfältige Konzertprogramme und war unter anderem bei den Randfestspielen Zepernick, der Pyramidale Spin-Off Berlin und Forgotten Female Composers sowie in weiteren Konzertreihen in Berlin und Brandenburg zu erleben. Ihr Repertoire verbindet Arrangements barocker und romantischer Werke mit zeitgenössischen Kompositionen und Uraufführungen, die teilweise eigens für das Duo entstanden sind. Mit ungewöhnlichen Konzertformaten schaffen die beiden Musikerinnen neue Verbindungen zwischen Musik und Raum und laden dazu ein, die faszinierende Resonanz der tiefen Lagen von Stimme und Cello neu zu entdecken.

13:00

Lunchkonzert II

St. Elisabeth-Kirche
Werke von Caroline Shaw, Barbara Strozzi, Sungji Hong, Caterina Assandra, Eva Ugalde, Kassia, Adrienne Albert, Michaela Rea Catranis, Hildegard von Bingen, Graciane Finzi, Jessie Montgomery, Ruth Zechlin, Susanne Stelzenbach, Jessi Harvey, Amy Beach
TramaEnsemble:
  Irene Mira Sánchez, Sopran
  Laura Barchetti, Sopran
  Ana Isabel Navarro, Alt

Duo Amabile:
  Paula Breland, Klarinette
  Anna-Katharina Schau, Akkordeon

Duo Lillia Keyes und Anna-Luise Oppelt:
  Anna-Luise Oppelt, Mezzosopran
  Lillia Keyes, Violoncello
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Femmes de légende

So, 25. Oktober 2026, 15:00
Villa Elisabeth, Saal

Tickets

Programm

Mel Bonis (1858–1937): Phoebé (1909)

Dora Pejačević (1885–1923): Nocturne op. 50 Nr. 1 (1918)

Dunkel ruht des Teiches Tiefe
im Mond erzittert die Fläche leis,
die Tannen rauschen, die Weide neigt sich –
herbstlich berührt, schweigt still das Herz.

Dora Pejačević (1885–1923): Nocturne op. 50 Nr. 2 (1920)

Durch Laub und Äste Mondglanz webend
die Birke weiß, gleich einer Braut –
liebekündend durch Jasmin und Flieder
der Nachtigall verträumtes Schlagen.

Mel Bonis: Viviane (1909), Salomé (1909), Mélisande (1922), Desdémona (1913)

Lili Boulanger (1893–1918): D’un vieux jardin (1914), D’un jardin clair (1914)

Mel Bonis: Gai printemps op. 11 (1889)

Cécile Chaminade (1857–1944): Valse d’automne op. 169 (1928)

Mel Bonis: Ophélie (undatiert), Omphale (1910)

Mit

Kyra Steckeweh, Klavier und Moderation

Kyra Steckeweh

Info

  • Im Zentrum des Konzerts am 25. Oktober 2026 steht der Klavierzyklus „Femmes de Légende“ der Komponistin Mel Bonis (1858–1937). Darin werden sieben Frauenfiguren aus Mythen und Legenden portraitiert. Die Pianistin Kyra Steckeweh geht in ihrer Moderation auf jedes dieser Klavierstücke ein und beleuchtet, wie Mel Bonis Frauenfiguren wie „Mélisande“ oder „Salomé“ mit musikalischen Mitteln darstellt. Außerdem erklingen Werke von Lili Boulanger (1893–1918), Dora Pejačević (1885–1923) und Cécile Chaminade (1857–1944). Mel Bonis hieß eigentlich „Mélanie“ und veröffentlichte ihre Werke unter diesem Pseudonym, um nicht als Frau erkannt zu werden. Umso interessanter ist es, dass sie über einen Zeitraum von 13 Jahren (1909 bis 1922) an den „Femmes de Légende“ arbeitete und sich auf diese Weise intensiv mit den Rollen auseinandersetzte, die Frauen in verschiedenen Mythen und Legenden spielen. (Kyra Steckeweh)

  • Die Pianistin Kyra Steckeweh befasst sich seit Jahren mit der wenig bekannten Musik von Komponistinnen der Musikgeschichte. Das Ergebnis sind zahlreiche Konzerte im In- und Ausland, Noteneditionen, mehrere CD-Einspielungen und die Dokumentarfilme „Komponistinnen“ (OPUS KLASSIK 2020) und „Dora – Flucht in die Musik“ (OPUS KLASSIK 2024). Kyra Steckeweh studierte Klavier an der Hochschule für Musik Freiburg und an der Universität Mozarteum Salzburg, außerdem Schulmusik und Geschichte. 2022 bis Anfang 2024 war sie Lehrbeauftragte für „Gender Studies“ an der Hochschule für Musik Nürnberg. Seit Anfang 2024 ist sie als Lektorin für den Musikverlag Breitkopf & Härtel tätig.

15:00

Femmes de légende

Villa Elisabeth, Saal
Werke von Mel Bonis, Dora Pejačević, Lili Boulanger, Cécile Chaminade
Kyra Steckeweh, Klavier
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[ HINTERLAND ]

– Die Süsse des einsamen Treibens –

So, 25. Oktober 2026, 16:30
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Programm

Ying Wang: neues Werk (UA)
Sarah Nemtsov: neues Werk (UA)
Sabina Ulubeanu: neues Werk (UA)
Aya Metwalli: neues Werk (UA)

Mit

16:30

[ HINTERLAND ]

St. Elisabeth-Kirche
– Die Süsse des einsamen Treibens –
Werke von Ying Wang (UA), Sarah Nemtsov (UA), Sabina Ulubeanu (UA) und Aya Metwalli (UA)
Claudia van Hasselt, Stimme
Nicolas Wiese, visuelle Kunst
Adrienn Illés, Cembalo
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Atalanta & beyond

Text-Musik-Performance

So 25. Oktober, 18:00
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Atalanta, die schnellste Läuferin der griechischen Mythologie, steht für Freiheit, Selbstbestimmung und den Widerstand gegen patriarchale Ordnung. Sie verweigert sich der Ehe, entzieht sich gesellschaftlichen Erwartungen und bleibt unabhängig – bis ein Apfel ihr Schicksal besiegelt.

Mareike Hein begegnet dieser Figur aus heutiger Perspektive: als Schauspielerin, Mutter und Künstlerin, zwischen Selbstbestimmung und den Anforderungen eines Systems, das unermüdlichen Einsatz verlangt. Was bedeutet Freiheit, wenn gesellschaftliche Erwartungen, Care-Arbeit und strukturelle Bedingungen die eigenen Handlungsspielräume begrenzen?

In „Atalanta & beyond!“ wird die mythologische Läuferin zur Projektionsfläche für Fragen nach Autonomie, Emanzipation und künstlerischer Freiheit. Sprache, Musik und Video verbinden sich zu einer Performance, in der sich Mythos und Gegenwart, persönlicher Erfahrungsraum und gesellschaftliche Strukturen begegnen.

Die Performance richtet den Blick auf Komponistinnen, ihre Werke und ihre Lebensrealitäten und stellt mit Atalanta die Frage, unter welchen Bedingungen Frauen künstlerisch arbeiten und sichtbar bleiben können.

Mareike Hein als Atalanta

Mit

18:00

Atalanta & beyond: Text-Musik-Performance

Villa Elisabeth, Studio
Mareike Hein, Schauspiel
Kathrin von Kieseritzky, Saxophon
Teresa Reiber, Regie
Ariane Stamatescu, Ausstattung
Ruth Tromboukis, Video
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Fermi Paradox

Auftragskomposition von Jobina Tinnemans (UA)

So, 25. Oktober 2026, 19:00
St. Elisabeth-Kirche

Tickets

Jobina Tinnemans Komposition für das Atalanta Komponistinnen Festival trägt den Titel „Fermi Paradox“ und bezieht sich auf das gleichnamige Paradoxon des Kernphysikers Enrico Fermi. Dieses beschreibt den Widerspruch zwischen einer hohen statistischen Wahrscheinlichkeit für die Existenz außerirdischer Zivilisationen und dem Fehlen jeglicher Beweise oder Kontakte zu ihnen. „Wo sind sie alle?“ fragt Fermi. „Wir waren schon immer hier“, antwortet Tinnemans und nimmt uns in ihrem Porträt für Harfe mit auf eine Reise durch Raum und Zeit, auf der Suche nach extraterrestrischen Leben.

Mal ernsthaft, mal parodistisch nähern wir uns fünf mythologischen Topoi: Mutter Natur, der aus der fernöstlichen Mythologie stammenden und den Weltenberg tragende goldene Schildkröte, dem Lebensbaum, Jezebel und nicht zuletzt Amazon(e), die wie ein trojanisches Pferd in einer Schachtel ausgeliefert wird.

Die Komposition setzt die Harfe sowohl als konventionelles Instrument ein, als auch in Verbindung mit von Jobina Tinnemans eigens entwickelter virtueller Instrumentenschnittstelle NAIENI. Hinzu kommen mit Objekten und Bewegung erzeugte Geräusche, so dass ein Klangteppich aus Melodie, Rhythmus und live erzeugten Tönen entsteht.

Mit

Gunnhildur Einarsdóttir, Harfe

Info

  • Jobina Tinnemans ist Komponistin an der Schnittstelle von elektronischer und zeitgenössischer klassischer Musik und arbeitet für Ensembles, Stimme und Soloinstrumente ebenso wie in interdisziplinären Formaten. Nach einer klassischen Klavierausbildung studierte sie an der Design Academy Eindhoven und wurde nach ihrem Abschluss mit Auszeichnung vom NAI Rotterdam, heute Nieuwe Instituut, für die Klanginstallation Chat/Off/Course bei der Biennale von Venedig 2001 beauftragt. Seit ihrem Umzug nach Pembrokeshire, Wales, im Jahr 2007 prägt die Landschaft mit ihren Rhythmen von Wetter, Jahreszeiten und Meer maßgeblich ihr musikalisches Schaffen. Ihre Werke verbinden Musik, bildende Kunst, Bewegung, Theater und ungewöhnliche Klangquellen und wurden unter anderem beim MATA Festival in New York, bei den ISCM World Music Days und im Rahmen der London Cultural Olympiad präsentiert. Besonders bekannt sind ihre großformatigen grafischen Partituren der fortlaufenden Reihe Panoramic Books, die visuelle Kunst und musikalische Interpretation miteinander verbinden. In ihren jüngeren Arbeiten setzt sie sich zudem mit historischen Archiven und verlorenen Sprachen auseinander, etwa in der Kammeroper Songs That Never Come Ashore und dem Chorwerk Enduring Like A Tree Under The Curious Stars. Ihre Musik ist auf mehreren Alben erschienen, darunter Five Thoughts On Everything, Vanitas und Electronic Diary I, während ihre Klavierwerke Seven Sisters auf Fidan Aghayeva-Edlers Doppelalbum Elements | Jasmine Petals (2026) vertreten sind.

  • Gunnhildur Einarsdóttir ist Harfenistin, Performerin, Dozentin, Komponistin und Projektmanagerin. Bereits während ihres Studiums spezialisierte sie sich auf die Aufführungspraxis zeitgenössischer Musik. Die Erkundung und Erweiterung des Instruments Harfe steht seitdem im Zentrum ihrer vielfältigen Karriere. 2013 promovierte sie als erste Harfenistin des Doktoratsstudiums an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Ihre Dissertation ist eine heute fest etablierte und weltweit viel genutzte Enzyklopädie zeitgenössischer Harfentechniken und -notation (www.harpnotation.com). 2004 gründete sie gemeinsam mit dem Schlagzeuger Matthias Engler das in Berlin ansässige Ensemble Adapter. Zusätzlich gastierte sie bei verschiedenen europäischen Ensembles und Orchestern, unter anderem Ensemble Modern, Ensemble Recherche, Klangforum Wien. Als Referentin wurde sie an verschiedene Universitäten berufen, darunter Stanford University, Harvard University, Northwestern University, Manhattan School of Music, University of Pennsylvania. 2017/18 war sie Dozentin für Harfe an der Lucerne Festival Academy, seit 2014 leitet sie das Harfenstudio bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Einarsdóttir’s künstlerische Praxis bewegt sich zunehmend in Richtung Improvisation und Komposition, sowohl allein als auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen und anderen Sparten. Während das Instrument Harfe ein zentraler Gegenstand bleibt, erweitert sie ihr Vokabular aktiv in andere künstlerische Bereiche.

Fermi Paradox
Gunnhildur Einarsdóttir, Harfe
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Asteria – echo // fragment // licht

So, 25. Oktober 2026, 20:30
Villa Elisabeth, Saal

Tickets

Programm

LUX:NM – Asteria Part 1 (2026, UA)

Lisa Streich – mole’s breath (2019), für Ensemble

Bára Gísladóttir – SVEIGJA, für Altsaxophon und Live-Elektronik

Rebecca Saunders – To An Utterance - Study (2020), for solo piano

Birke Bertelsmeier – Al di là (2018), für Ensemble

LUX:NM – Asteria Part 2 (2026, UA)

Mit

Ensemble LUX:NM:
Ruth Velten, Saxophon
Florian Juncker, Posaune
Silke Lange, Akkordeon
Neus Estarellas Calderón, Klavier, Synthesizer, Toypiano
Zoé Cartier, Violoncello
Jonas Fehrenberg, Klangregie

Ensemble LUX:NM
Photo credit Andrea Huyoff

Info

  • „Asteria – echo // fragment // licht“ ist ein interdisziplinärer Konzertabend, der sich von der Lyrik der antiken griechischen Dichterin Sappho inspirieren lässt. Die Musik des Abends – eine Mischung aus komponierten Werken, Improvisationen und elektroakustischen Klangebenen – nähert sich der poetischen Welt Sapphos auf vielschichtige Weise: mal als flüchtiger Hauch, mal als ekstatische Klangexplosion. Die Bruchstückhaftigkeit der Verse spiegelt sich auch in der musikalischen Form wider: Miniaturen, Lücken, Wiederholungen und Echos bilden ein Klanggewebe, das einen Zwischenraum von Erinnerung und Gegenwart hörbar macht. Die Dramaturgie des Abends folgt dabei keinem linearen Narrativ, sondern ist zyklisch angelegt: ein emotionaler Bogen, der sich zwischen Nähe und Ferne, Klarheit und Fragment, Fülle und Stille spannt. Das Konzertprogramm vereint Werke, die in ihrer Vielgestaltigkeit das Thema des Abends auf eigene Weise entfalten. „Asteria: echo // fragment // licht“ ist keine historische Rückschau, sondern eine musikalische Einladung, der Stimme einer Frau zu begegnen, deren Worte über Jahrtausende hinweg noch immer vibrieren – flüchtig und leuchtend zugleich.

    LUX:NM – Asteria Part 1 und 2
    Im Zentrum des zweiteiligen Werkes von LUX:NM stehen ausgewählte Versfragmente der antiken griechischen Dichterin Sappho, die in ihrer Fragilität, Sinnlichkeit und emotionalen Tiefe den Ausgangspunkt für eine zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung bilden. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem berühmten Mondgedicht, in dem Sappho mit wenigen Worten ein eindrückliches Bild von Zeit, Natur und Gemeinschaft schafft:
    „Der Mond ist untergegangen
    auch die Pleiaden.
    Mitten in der Nacht –
    die Stunde vergeht –
    ich liege allein.“
    Diese Zeilen, einfach und tief zugleich, dienen als poetische Umrahmung des Abends. Sie geben den Ton an für die dramaturgische und musikalische Gestaltung: die Erfahrung von Einsamkeit, das Vergehen der Zeit, das Licht in der Dunkelheit.

    Lisa Streich – mole’s breath (2019), für Saxophon, Posaune, Akkordeon, Klavier, Violoncello Fliehen, entkommen, abtauchen. Im Transit gibt es nur eine Richtung, kein Weg zurück. Unter der Oberfläche finden sich keine gelernten Passagen, nichts ist sicher, nichts vorhersehbar. Luft? ist schwer, schwer wie Erde und doch muss es, „muss muss“, muss es weiter gehen. Weiteratmen. Unwillkürlich. Ohne Nachdenken, ohne Plan. Wird es Licht geben am Ende? Oder weist der kurze Blick in eine Dead end street? Who knows? mole’s breath, die Skizze eines Tunnel Psychogramms, Lauschen ins Nichts, warten auf ein Geräusch, eine Atem Resonanz. Aus, ein, aus ein, weiter, weiter, weiter…Maulwurf Atem – mole’s breath. (Lisa Streich)

    Bára Gísladóttir – SVEIGJA (2023), für Altsaxophon und Live-Elektronik Der Titel SVEIGJA (isländisch für „Biegung“ oder „Krümmung“) verweist auf den formalen und klanglichen Ansatz des Werks. Ausgangspunkt ist die Interaktion zwischen dem Altsaxophon und der Live-Elektronik, in der akustische und elektronische Klanganteile kontinuierlich ineinander übergehen. Bára Gísladóttir untersucht in diesem Stück Prozesse des Verformens und Verschmelzens: Der Klang wird gedehnt, gefiltert und in Bewegung versetzt, bis neue Strukturen und Texturen entstehen. SVEIGJA versteht sich als eine Studie über Wandel und Wahrnehmung – über die Flexibilität von Klang im Spannungsfeld zwischen Körper und Technologie.

    Rebecca Saunders – To An Utterance - Study (2020), for solo piano 1. utterance /ˈʌt(ә)r(ә)ns/ n. 1. something uttered, a spoken word, murmured, disclosed, a statement, or vocal sound; an act of uttering; vocal expression; the manner and power of speaking; a speech sequence consisting of one or more words and preceded and followed by silence; 2. the utmost, or last, extremity - to the brink of, at the precipice to an utterance: archaic + literary: the bitter end ME C1400; OF C13, oultrance, from oultrer, to carry to excess, to pass beyond; L.: ultrā beyond Das Soloklavier als körperlose Stimme, die ihre eigene Geschichte zu erzählen sucht, schwankend, auf einer ungewissen Suche. Das Klavier sucht sein finales Schweigen durch den eigenen Exzess des Sprechens: einen unaufhörlichen, zwanghaften Monolog. Ein musikalisches Protagonist-Sein am Abgrund des Nicht Seins. (Rebecca Saunders)

    Birke Bertelsmeier – Al di là, für Ensemble (mit Elektronik) (2018) Die Sehnsucht und der Drang hinter den Vorhang, hinter die Wand zu schauen, auf die andere Seite zu blicken, die wir nicht kennen oder vergessen haben. Schwer vorstellbar, aber doch da. Der Wunsch nach etwas Anderem und die Suche nach dem Vertrautem im Anderem. Ein schnellerer und zarter Puls von der anderen Seite in sich selbst, durch die Haut wahrnehmbar, ein Zeichen von einer, von den vielen ”anderen Seiten“, unvorstellbar und doch präsent. Und allein durch die kurze Anwesenheit ist die Abwesenheit erst fühlbar (Klavier). Das Cello als Verbindung zu einer anderen ”anderen Seite“, anwesend erinnert es an einen nicht Anwesenden. Al di là = italienisch jenseits, auf der anderen Seite (Birke Bertelsmeier)

  • Seit seiner Gründung im Jahr 2010 leistet das Ensemble LUX:NM einen signifikanten Beitrag zur zeitgenössischen Musikszene in Bezug auf Besetzung, Klanglichkeit und Ästhetik. LUX:NM hat sich durch seine authentischen und energetischen Interpretationen Neuer Musik internationales Renommee erworben. Das aus mehrfach ausgezeichneten Solist*innen bestehende Kollektiv versteht sich als Initiator und Entwickler neuer Konzepte in der zeitgenössischen Musik, die Mitglieder komponieren, improvisieren und kuratieren, sie entwickeln eigene dramaturgische wie szenische Ideen. Dieser künstlerisch-kreative Aspekt steht im Zentrum des Kollektivgedankens. Die intensive Ensemblearbeit ermöglicht außergewöhnliche neue Formate, in der interdisziplinäre Projekte ebenso wie transkulturelle Ansätze selbstverständlich ihren Platz haben. So setzen sich die Musiker*innen neben der Aufführung bereits bestehender Kompositionen besonders dafür ein, neue Werke und Formate zu initiieren und ins Repertoire aufzunehmen. Als gefragte Kammermusiker*innen sind die Instrumentalist*innen des Ensembles regelmäßig auf wichtigen Konzertpodien und Festivals der Neuen Musik zu Gast.

20:30

Asteria – echo // fragment // licht

Villa Elisabeth, Saal
Werke von Lisa Streich, Bára Gísladóttir, Rebecca Saunders, Birke Bertelsmeier, LUX:NM
Ensemble LUX:NM:
  Ruth Velten, Saxophon
  Florian Juncker, Posaune
  Silke Lange, Akkordeon
  Neus Estarellas Calderón, Klavier, Synthesizer, Toypiano
  Zoé Cartier, Violoncello
  Jonas Fehrenberg, Klangregie